Die Gedanken sind frei…

Halli-Hallo, ihr Lieben!

Da bin ich wieder mit einer Tüte voll Gedanken, die ich heute mit euch teilen möchte:

Mein Bundesfreiwilligendienst wird im September zu Ende gehen. Und schon jetzt muss ich mich damit beschäftigen. Lauter formale Dinge müssen geregelt werden und dann muss ich auch noch wissen, wie es danach weitergeht. Ursprünglich wollte ich ja bis Dezember hier in Wittenberg bleiben, aber da ich noch ein bisschen in der Weltgeschichte rumreisen möchte, werde ich in der Zeit von Oktober bis Dezember noch ein bisschen arbeiten, um das nötige Kleingeld dafür zusammen zu kriegen. Auch blicke ich immer wieder gerne zurück zu den Anfängen, wo ich noch voller Motivation war, um festzustellen, wie es für mich Alltag geworden ist, spontan zu sein und jeden Tag Gespräche mit fremden Menschen zu führen. Es ist jeden Tag aufs Neue interessant, aber ich verspüre kein Bauchkribbeln mehr und muss nicht überlegen, wie ich denn etwas am besten formuliere. Ich stelle fest, dass ich mich in dieser kurzen Zeit, die ich nun von zuhause weg bin (bisher 12 Monate), verändert habe.
Ich denke anders über gewisse Dinge, ich bin spontaner, offener für Unvorhergesehenes. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und ich habe festgestellt, dass die Welt ganz schön teuer ist und man viel mehr braucht, als ich vorher dachte. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen, wobei ich genau weiß, dass diese Fähigkeit immer noch ausbaufähig ist. Und ich habe gelernt, dass man auf jeden Fall etwas tun muss, um seine Ziele zu erreichen. Faule Ausreden sind eben Faulheit und keine Ausreden! Ich habe fast ein Jahr lang gebraucht, um mich selbst dafür einzusetzen, damit ich die Möglichkeit habe, Orgel zu üben. Ich bin froh, dass ich das in Angriff genommen habe – besser spät als nie. Denn es tut mir richtig gut, noch neben meinem Leben beim Reformationsjubiläum etwas nur für mich zu machen. Dazu gehört auch das Fotografieren. Ich habe schon immer gerne und viel fotografiert, aber hier in Wittenberg hatte ich das Glück, jemanden kennenzulernen, der es mir richtig erklären konnte und quasi mein Fotografie-Lehrer wurde. Jetzt mache ich immer noch gerne und viele Fotos, aber mit etwas mehr Qualität und im manuellen Modus und nicht mehr automatisch. Das ist eine Sache, worauf ich wirklich stolz bin. Außerdem führe ich diesen Blog. Er ist nichts besonderes, einfach nur ein bisschen „Ich beim Reformationsjubiläum“, aber auch das tut mir gut und macht mir Spaß. Ich fing damit an, weil mich meine Landeskirche gefragt hat, ob ich denn nicht dazu bereit wäre, etwas für die Nachwelt festzuhalten. Et voilá! Daraus ist nun auch ein Berichten unter anderem für mich selbst geworden. Schreiben erdet mich. Die Gedanken, die ich loswerden möchte, kann ich einfach niederschreiben und muss danach nicht mehr darüber sinnieren. Es ist befreiend und so halte ich das auch auch bei meinem Blog.
Manchmal gibt es viel zu erzählen über Wittenberg und die Weltausstellung Reformation und manchmal eben nicht, aber heißt das dann, dass ich einfach nichts schreibe? Nein, natürlich nicht. Denn ich habe ja noch meine Gedanken. Ich selbst habe mir bisher auch noch nicht alles in der Weltausstellung angeschaut, daher kann ich nicht darüber berichten. Ich möchte authentisch bleiben und das geht nur, wenn ich euch die Wahrheit erzähle. Mein Blog ist keine Werbeplattform. Wenn ich nichts zu berichten habe, mache ich mir dennoch die Mühe, wenigstens meine winzigsten Highlights aufzuarbeiten. Aber oft verändert sich nicht viel auf der Arbeit. Es gab eine lange Zeit (es waren bestimmt 2 Wochen), in denen kaum Besucher da waren. In der Zeit habe ich viel Bücher gelesen, bis doch mal vereinzelt ein Besucher seine Nase in das „Türenhaus der Gerechtigkeit“ steckte. Für diese Besucher habe ich mir dann die Zeit genommen, die sie brauchten und sie aufgeklärt. Aber es gibt auch Menschen, die einfach in Ruhe die Ausstellung besichtigen und ihren Gedanken nachhängen möchten. Das sieht man dann diesen schon an, ob sie angesprochen werden möchten oder nicht. Daher gibt es oft auch Situationen, wo ich einfach nur lächelnd dasitze, um diesen Menschen zu signalisieren:“Ich bin für Sie da, wenn Sie mich brauchen!“ Ich kann schließlich niemandem meine Informationen aufzwingen. Also doch, könnte ich schon, aber das wäre unhöflich und dann lasse ich es eben lieber bleiben.
Wie ihr hier lest, ist der Alltag manchmal einfach sehr unspektakulär und das eben auch mal für einen längeren Zeitraum, daher berichte ich dann, wenn ich etwas habe, worüber es sich zu schreiben lohnt.
Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich einfach gerne meine Gedanken teilen. Die vergangene Woche hatte ich Urlaub. Den habe ich in Taizé verbracht. Dort lebt eine Brüdergemeinschaft, die Jugendliche, Familien, Erwachsene dazu einlädt, Gott näher zu kommen. Es herrscht dort eine einzigartige Atmosphäre und dort habe ich angefangen, jeden Gedanken so bald wie möglich niederzuschreiben. Und wie ich schon mal erwähnt habe: Es tut richtig gut! Ich kann nur jedem empfehlen, es auszuprobieren. Genauso übrigens auch, sich handyfreie Zeiten zu nehmen. Ich war die ganze Woche nicht erreichbar und mir hat mein Handy nicht gefehlt. Umso erpichter bin ich natürlich darauf, jetzt, wo ich zurück bin, einiges aufzuholen. Dabei handelt es sich um Dinge wie E-Mails, Nachrichten, Benachrichtigungen, social media etc. Außerdem habe ich neue Motivation für die Arbeit geschöpft. Da ich im Urlaub wirklich alles ausnahmslos ausgeblendet habe, konnte ich richtig herunterfahren und abschalten. Es ist ein herrliches Gefühl, tiefenentspannt wieder in den Arbeitsalltag zu starten. Mein Urlaub kam genau zu richtigen Zeit. Davor war ich matt und träge und hatte oft keine Lust, mich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Es ist eben recht langweilig, wenn man weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, viele Besucher zu empfangen, tatsächlich nicht so hoch ist, wie man es sich wünscht. Ich hatte auch keinen Spaß mehr daran, mir die Zeit mit Büchern zu vertreiben und dann kam gefühlt urplötzlich der Urlaub. Erst auf der Fahrt in Richtung Frankreich, kam das Gefühl von „Jetzt geht’s in den Urlaub“ auf. Wo andere Menschen sich schon eine Woche zuvor freuen, kam ich nicht dazu, ehe ich nicht im Auto saß und realisiert hatte, eine Woche raus aus Wittenberg, raus aus der Langeweile. Und jetzt kann ich es kaum erwarten, herauszufinden, ob sich was geändert hat. Mit Ernüchterung musste ich feststellen, dass das Wetter leider genauso unbeständig wie vorher ist (in Taizé habe ich mich schnell an die Sonne bei 33°C gewöhnt). Aber trotzdem: Mit neuem Mut mache ich mich jetzt auf in die neue Arbeitswoche!

Und damit ein Ahoi an euch Leser!

Eure Acelya

Autor:

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume!

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